Menschen, Ideen, Hardware – in der Reihenfolge. Benjamin Wittorf

Rationale Entscheidungen treffen

Die meisten Menschen denken, dass „rational sein“ bedeutet, dass man recht hat oder richtig liegt, dass man Expert:in oder sich einer Sache sicher sei. Allerdings ist rational sein kein Ergebnis — es ist ein Prozess.

Wissenschaft ist im Wesentlichen dieser Prozess in formalisierter Form. Er sorgt dafür, dass es immer schwerer wird, Ergebnisse zu fälschen, und es einfacher macht, Fehler zu entdecken. Du musst allerdings nicht all diese Schritte gehen, wenn die einzige Person, die du überzeugen möchtest, du selbst bist.

Dafür solltest du annehmen, dass dein erster Instinkt nicht zwangsläufig der beste ist, und nicht an der Überzeugung festhalten, dass du recht hättest.

Du kannst dir stattdessen überlegen, was das stärkste Argument gegen deine Überzeugung ist. Und falls das nicht funktioniert, solltest du dir das nächstbesten Argument dagegen überlegen. Jeder mögliche Fehler in deiner Überzeugung sollte offenbart werden, und wenn du einen findest, muss du ihn beheben, und dann den gesamten Prozess mit dem wiederholen, was noch von deiner Überzeugung übrig ist.

Du bist darauf programmiert, dir selbst zu sehr zu vertrauen, um bei deiner ersten Entscheidungen zu bleiben, und zu denken, dass deine eigenen Überzeugungen die besten sind. Und deshalb musst du immer wieder versuchen, deinen Verstand damit auszutricksen, dass du dir die andere Seite deines Arguments überlegst, und so deine Überzeugungen tatsächlich besser zu machen.