Menschen, Ideen, Hardware – in der Reihenfolge. Benjamin Wittorf

Du denkst, du willst Freiheit, aber was du wirklich willst, ist eine komfortablere Sicherheit

Mit einem Wort wie „Freiheit“ verbinden wir Möglichkeiten, die weit darüber hinaus gehen, was es in Wirklichkeit mit sich bringt.

Wenn du es dir genau überlegst, sind die Wahlmöglichkeiten, die wir tatsächlich haben, ohnehin begrenzt. Meist haben wir nur zwischen zwei, drei Dingen eine echte Wahl.

Solange wir allerdings das Gefühl haben, dass eine Wahlmöglichkeit besteht, vergessen und übersehen wir gerne, was alles nicht zur Wahl steht. Stattdessen glauben wir, dass alles mit rechten Dingen zugeht — und wir in Freiheit leben.

Die meisten Menschen denken nicht intensiv darüber nach, wie viel Wahlfreiheit sie haben und ausüben können. Denn solange wir eine Wahlmöglichkeit haben, fällt es uns schwer zu glauben, dass wir vielleicht manipuliert oder hinters Licht geführt werden oder uns jemand in unserer Freiheit einschränkt.

Und wenn wir dann doch das Gefühl haben, eingeschränkt zu werden — und damit in unseren Wahlmöglichkeiten –, und uns nach mehr Freiheit sehnen, wollen wir meist einfach nur mehr Optionen haben, statt die Konsequenzen daraus zu tragen, die bestehenden abzulehnen, oder gar für sie selbst verantwortlich zu sein.

Randbemerkung

Auch wenn „unendliche Möglichkeiten“ verheißungsvoll klingen, würden uns unendliche Möglichkeiten in unserer Entscheidungsfindung massiv behindern.


Dieser Text entstand ursprünglich für die zweite Version der ÜBERSCHRIFTEN.